J A R A S O L E I L
CØDE RED
ÜBER DAS PROJEKT
Für die Serie CØDE RED entwickelte ich eine minimalistische Bildwelt, in der eine einzige intensive Farbe den visuellen Schwerpunkt bildet. Ziel war es, die Strumpfhose nicht als Modeaccessoire zu inszenieren, sondern als prägendes Gestaltungselement innerhalb einer ruhigen, grafischen Komposition.

Kunde: Oroblù
Rolle: Fotograf & Art Director
Service: Editorial Fashion Fotografie
Jahr:​​​​​​​ 2024
KONZEPT

Die Bildserie basiert auf einem bewussten Kontrast. Ein nahezu monochromes Setting aus Weiß, dunklem Leder und schwarzem Satin schafft eine ruhige Bühne, auf der das kräftige Rot der Strumpfhose zur visuellen Hauptfigur wird. Statt klassischer Fashion-Posen stehen Körperhaltung, Linienführung und Negativraum im Mittelpunkt.
Das Styling reduziert sich auf wenige Elemente. Lange schwarze Handschuhe, ein schlichtes schwarzes Kleid und einzelne Accessoires unterstützen die Bildsprache, ohne mit dem eigentlichen Motiv zu konkurrieren.
VISUELLE INTENTION

Die Serie bewegt sich zwischen Editorial Fashion und Fine-Art-Fotografie. Das Model wirkt nicht inszeniert im klassischen Sinne, sondern introvertiert und fast skulptural. Der Blick ist häufig abgewandt oder geschlossen. Dadurch entsteht Distanz, während die Körperhaltung und die Komposition die Aufmerksamkeit auf Form, Materialität und Silhouette lenken.
Das Rot fungiert als verbindendes Element über alle Motive hinweg. Es erzeugt Wiedererkennbarkeit und führt den Blick durch die Serie.
FOTOGRAFISCHER ANSATZ

Die Bildgestaltung setzt auf weiches natürliches Licht und bewusst geringe Kontraste. Die Farbpalette bleibt reduziert, wodurch Materialoberflächen wie Satin, Leder und Nylon unterschiedliche Texturen entwickeln, ohne sich gegenseitig zu überlagern.
Die Perspektiven wechseln zwischen großzügigen Totalen und engeren Kompositionen. Der Stuhl und das Vintage-Sofa dienen dabei nicht lediglich als Möbelstücke, sondern strukturieren den Bildraum und erzeugen grafische Linien, die mit den Körperformen des Models interagieren.
Ein dezentes Filmkorn sowie eine leicht analoge Farbcharakteristik verleihen den Aufnahmen zusätzliche Ruhe und nehmen ihnen den sterilen Studiocharakter.
UMSETZUNG

Ich verantwortete sowohl die fotografische Konzeption als auch die gesamte Art Direction. Dazu gehörten die Entwicklung der visuellen Idee, die Auswahl von Location, Möbeln und Styling sowie die Regie während des Shootings.
Bereits während der Aufnahme lag der Fokus auf einer konsistenten Serie statt auf einzelnen Hero-Shots. Jede Aufnahme sollte einen eigenen visuellen Rhythmus besitzen und gleichzeitig Teil einer geschlossenen Bildfolge bleiben.
In der Nachbearbeitung wurde dieser Ansatz konsequent fortgeführt. Farben, Kontraste und Körnung wurden vereinheitlicht, um den Eindruck einer editoriellen Strecke zu erzeugen, die wie aus einem Guss wirkt.
ERGEBNIS

CØDE RED zeigt, wie sich ein einzelnes Produktmerkmal durch Licht, Komposition und Farbdramaturgie in den Mittelpunkt rücken lässt, ohne auf plakative Inszenierung oder klassische Werbeästhetik zurückzugreifen. Die Serie verbindet Modefotografie mit einer reduzierten, grafischen Bildsprache und schafft einen eigenständigen visuellen Charakter, der konsequent über alle Motive hinweg erhalten bleibt.
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